Case Study: Vom Wald- und Wiesencoach zur Liebesexpertin

Case Study: Vom Wald- und Wiesen-Coach zur Liebes-Expertin

Ich bin gerade dabei, das Bierzelt zu verlassen.

Irgendein Impuls lässt mich am Ausgang noch einmal kurz umdrehen und in die Menschenmenge blicken. Da seh ich ihn sitzen. Meine Augen werden riesig und mein Herz hüpft.

„Mann, wie lange haben wir uns nicht gesehen?“, frage ich ihn strahlend, als ich ihm um den Hals falle. „Das muss über 10 Jahre her sein“, antwortet er grinsend.

Ich hab mir all die Jahre oft gewünscht, ihn wieder zu sehen, doch wir sind uns nie begegnet.


Case Study: Vom Wald- und Wiesen-Coach zur Liebes-Expertin

In ihrem Gastartikel erzählt uns Melanie Mittermaier, wie sie es geschafft hat, aus ihrer Leidenschaft ein funktionierendes Business aufzubauen.


Ein riesen Hallo!

„Wie geht’s dir? Was macht deine Frau? Wie viele Kinder hast du? Was macht der Sport?“

Wie in einem liebevollen Verhör bombardiere ich ihn mit allen möglichen Fragen. Wir sitzen und quatschen und sitzen und quatschen.

Er begleitet mich zu meinem Auto und wir tauschen unsere Handynummern aus. Zum Abschied schau ich ihm lange in seine tollen blauen Augen, umarme ihn nochmal und kann mich nur schwer lösen.

Widerwillig steige ich in ein und fahre nach Hause. Während der Fahrt spüre ich ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr gespürt habe.

Ich brenne lichterloh!

Ich hab mich soeben bis über beide Ohren verliebt und mein Herz rast schneller, als mein Auto fahren kann. Ach du Scheiße! Wie ist das möglich?

Je näher ich nach Hause komme, desto dunklere Schatten überziehen mein Gemüt.

„Das darfst du nicht!“, schimpft eine innerliche Stimme mit mir und hebt drohend den Zeigefinger. „Du bist verheiratet! Hör sofort damit auf!“

Mir wird schwer ums Herz und ganz schlecht. Doch es ist mir absolut nicht möglich, damit aufzuhören.

Der erste Gedanke am Morgen: ER! Der letzte Gedanke vor dem Einschlafen: ER! Alle anderen Gedanken den ganzen Tag lang: ER!

Ich kann kaum schlafen, nichts essen und denken kann ich überhaupt nicht. So geht das die nächsten Wochen. Wir schreiben uns und auch ihm geht es nicht anders. Krass!

Lebendigkeit, Leidenschaft und Schuldgefühle

Ich gebe zu, ich hab mir das gewünscht.

Ich habe sehnsuchtsvoll daran gedacht, wie schade es ist, dass ich mich nie wieder im Leben verlieben darf. Ich liebe meinen Mann sehr, doch diese Schmetterlinge im Bauch waren über die Jahre verschwunden.

AHA! Mir fehlt etwas!

Schnell war klar, dass mit mir etwas nicht stimmt und ich analysiere aufs Genaueste meine Ehe. Wenn ich mich so verliebe, muss doch irgendwas faul sein.

Zum Glück finde ich nichts dergleichen.

Mein Mann und ich haben eine blöde Sex-Krise bewältigt und sind gerade jetzt so glücklich wie schon lange nicht mehr. Auch mit unserem Liebesleben.

Meine Fremdliebe heizt mir zusätzlich ein, so dass mein Mann sein Glück kaum glauben kann, weil wir wieder so oft miteinander schlafen, wie zu Beginn unserer Beziehung.

Ich genieße meine Gefühle sehr und spüre auch die Liebe zu meinem Mann noch intensiver.

Hier stimmt doch was nicht!

Wie kann etwas, was sich so schön anfühlt, verkehrt sein? Wie kann es sein, dass ich mich großartig fühle, obwohl ich das eigentlich nicht darf? Wieso nur ist es verboten, mich zu verlieben?

Ich bin glücklich, fühle mich sinnlich und großartig, das kann doch nicht falsch sein!

Ich mach mich auf die Suche und lese alles, was mir zu dem Thema in die Finger kommt. Blogs, Bücher und Berichte von Menschen, die das auch so erlebt haben.

Bisher wusste ich nicht, dass es durchaus möglich ist, mehrere Menschen gleichzeitig zu lieben. Bin ich doch ganz klassisch (und katholisch) mit dem Treue-Ideal groß geworden.

Jetzt lese ich von Polyamorie, von offenen Beziehungen und von Menschen, die nicht fremd-, sondern bekanntgehen.

Liebe wird mehr durch lieben! Ja! Genau!

Vor mir tut sich eine Welt auf, die ich nicht kannte und ich fühle, welche Bereicherung diese Welt für mich, mein Leben und meine Beziehung haben kann.

Ich rede zum ersten Mal in meiner fast 10-jährigen Ehe mit meinem Mann über Treue und erfahre von ihm, dass auch er ab und zu Gelüste nach anderen Frauen hat.

Mein Bauchladen-Business liegt völlig brach

In dieser Zeit habe ich mich null komma null um mein Business gekümmert.

Seit ein paar Jahren dümpelt meine Coaching-Praxis vor sich hin. Ich coache alles, was nicht bei drei am Baum ist, oder nicht hochkommt. Doch viel ist das leider nicht. Der Sommer meines Lebens (wie ich ihn gerne nenne) ändert daran erst einmal nichts.

„Scheiß auf’s Business!“, sage ich zu meiner Freundin Christina, während wir beim Tee in meiner Küche sitzen.

Wir haben zusammen die Coach-Ausbildung gemacht und sind seither im intensiven Austausch. „Ich weiß jetzt, wofür ich auf diesem Planeten gelandet bin“, verkünde ich vielversprechend.

„Ich bin hier um zu lieben und sonst nix!“

Mein Glück ist, dass Christina sich schon damals sehr viel mit Positionierung beschäftigt hat und sie mir einen zunächst ganz kleinen Floh ins Ohr setzt: „Du kannst ja Liebes-Coach werden…“

„Aber dann verliere ich ja alle anderen Kunden!“

Ich protestiere und wehre mich noch eine Weile dagegen, doch der Samen ist gesät.

Ein paar Tage später registriere ich mir die Domain Liebeleben.me mit der Idee, einen Blog zu starten. Meine negativen Glaubenssätze verhindern noch lange, dass das wirklich passiert.

  • Ich kann gar nicht schreiben.
  • Wer will das schon lesen?
  • Das weiß doch jeder, das ist doch nichts Besonderes.
  • Was, wenn mir die Ideen nach drei Artikeln ausgehen?

Auch hier hatte ich wieder das Glück, dass Christina mir immer wieder einen sanften Tritt in den Hintern gegeben hat. Durch sie habe ich mich zum Business-Momentum-Contest von Markus Cerenak angemeldet und meine ersten (grauenvollen) Blog-Artikel auf meiner Coaching-Homepage geschrieben. Ein winziger Anfang war gemacht. Doch überzeugt hat mich mein Tun noch nicht.

Liebe Leben – Eine schwere Geburt

In einer Fortbildung habe ich mir als Master-Aufgabe dann das Ziel gesetzt, endlich einen „richtigen“ Blog zu starten. Die Domain hatte ich ja schon.

Meine Trainerin verunsichert mich nochmal massiv mit der Frage: „Willst du jetzt Beziehungs-Coach werden, oder was?“

Kann ich mich wirklich auf dieses eine Thema festlegen?

Soll ich das echt wagen?

Ein paar Tage später hab ich die Entscheidung getroffen.

JA! Ich bin ab sofort Liebes-Coach!

Weg mit dem Bauchladen, her mit der Expertise.

Vier Wochen hab ich Zeit, meinen Blog aufzusetzen. Zwei davon miste ich den Kleiderschrank meiner Tochter aus, meinen eigenen und putze das Ofenrohr von innen. Die anderen zwei Wochen hab ich dann Gas gegeben und am 31.03.2014 ging mein Baby online!

Ein Jahr später erblickt das Liebe Leben Event das Licht der Welt, was wiederum ein voller Erfolg war und meine Positionierung weiter gefestigt hat. Am 09. April gab es die zweite Auflage meines Events in München!

Deutschland – Österreich – Schweiz

Mein Business entwickelt sich großartig.

Ich finde mehr und mehr meinen eigenen Schreibstil, für den ich mittlerweile hoch gelobt werde. Kunden aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz bitten mich um einen Termin. Menschen, die sich fremdverliebt haben (oder deren Partner) kommen über Google auf meine Seite und nehmen Kontakt zu mir auf. Wie geil ist das denn?

Trotzdem coache ich weiterhin alle Themen, die sonst so daher kommen. Eine Angst, Mini-Traumata ausgelöst durch Horror-Filme bei Kindern, oder sonstige Blockaden löse ich nach wie vor.

Meine Positionierung hat mir MEHR Kunden gebracht, nicht weniger.

Und auch meine Freundin Christina hat sich genau ihrer Expertise entsprechend positioniert. Sie ist heute sehr erfolgreicher Coach für Coaches, Gründerin eines großartigen Netzwerkes und Positionierungs-Expertin (was sonst?).

Ich bin dankbar, dass ich auf ihrem tollen Blog heute diesen Artikel veröffentlichen darf.

Leben darf leicht gehen und Spaß machen. Liebe auch!

Herzlichst

Melanie

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