Die Magie des Schreibens – Basic Lessons 1

– zurück zur Übersicht der Lektionen –

Inhaltsverzeichnis dieser Lektion:

  • Text zum Thema “Wie baue ich einen guten Text auf? Lesefluss und Struktur”
  • Zusammenfassung
  • Aufgabe 1a)
  • Text 2 zum Thema: “Die 3 Akt Struktur”
  • Zusammenfassung
  • Aufgabe 1b)

Lade Dir diese Lektion hier als pdf herunter (Klick!).


Wie baue ich einen guten Text auf? Lesefluss und Struktur

oder wie Holger sagen würde:

DIE MAGIE DER STRUKTUR!

Zitternd blickte Tim in die Mündung der Walther PPK. Es konnte sie riechen. Wie absurd dieser Gedanke war in einem Moment wie diesem, dachte er sich. Er schmeckte das Blut in seinem Mund, spürte die schmerzenden Körperteile und die einschneidenden Kabelbinder, die seine Handgelenke hinter seinem Rücken an den stabilen Metallstuhl fixierten, auf dem er bereits seit Stunden gefesselt saß. Sein Herz schlug bis zum Hals. Ohrenbetäubend. Als wollte es ihm aus der Brust springen. Doch weitaus mehr ängstigte ihn die krächzige Stimme, die er als seine eigene identifizierte, die er, wie aus der Ferne hörte, wie sie Namen nannte, die er geschworen hatte, mit ins Grab zu nehmen………

Der Autor blickte auf.

“So in etwa?” fragte er.

Die Stimme aus dem Telefon, vertraut und doch durch die schlechte Verbindung verzerrt krächzte: “Ja. Du hast verstanden was ich meinte, als ich sagte: Fang mit der Action an. Du hast nur wenige Zeilen, um deinen Leser zu fesseln. Neugier zu wecken und eine Verbindung her zu stellen.”

“Aber ist das nicht zu viel des Guten?” fragte der Autor. “Für einen Krimi oder Agententhriller ist das ja vielleicht gut, aber für eine Romanze?”

Die Stimme am Telefon lachte. “Schön, dass du mitdenkst! Natürlich darfst du jede unserer Regeln anpassen, wie sie für dich passt. Und während unserer Zusammenarbeit in diesem Kurs bitte ich dich: Setze es erst mal genau so um, wie ich es dir sage. Ist das OK für dich?”

Der Autor nickte und dachte nach.

Diese Drei-Akt-Struktur hatte sich auch als gar nicht so unnütz herausgestellt, wie er erst gedacht hatte. Seine Texte waren nun verständlicher und sie wurden deutlich öfters bis zum Ende gelesen und sogar kommentiert. Das freute ihn. Besonders, wenn er an die fruchtlosen Zeiten vor der gemeinsamen Arbeit zurück dachte.

“Eigentlich will ich von dir nur wissen, wie ich Einleitungen schreibe, die die Menschen so in den Bann ziehen, dass sie meine Texte auch bis zu Ende lesen.” hatte er bei seinem ersten Telefonat gefordert. “Ich bin es leid, in den Auswertungen zu lesen, dass nur jeder 10. Leser über das erste Drittel hinaus kommt.” Er wunderte sich, dass die Stimme am Telefon darüber lachte.

“Das wollen alle.” sagte sie. “Und das erreichen wir auch. Doch der Weg beginnt an einer anderen Stelle. Das wollen die meisten Autoren nur nicht wahrhaben. So dringend wollen sie den Erfolg. Und am liebsten sofort und auf der Stelle tolle Autoren sein. Und dabei haben sie es so eilig, dass sie sich nicht die Zeit nehmen, die Fragen zu stellen, die einen guten Autoren ausmachen.

Die Frage ist: Willst du ein wirklich guter Autor werden? Dann hat das einen Preis.”

Der Autor seufzte. Ansprachen dieser Art kannte er schon von diversen Vertriebskontakten. Doch dieser Kontakt war ihm so wärmstens empfohlen worden, so dass er dennoch fragte: “OK. Was ist der Preis?”

Die Stimme am Telefon antwortete resolut: “Verbindlichkeit im TUN. Keine Ausreden. Keine Aufgaben auslassen. In unserer gemeinsamen Zeit gibst du ALLES. Das ist dein Teil unserer Abmachung. Und ich werde alles geben, um dir mein Schreibwissen zu vermitteln. Und einen guten Autoren aus dir zu machen.

Ist es dir wichtig genug, dass du dich darauf einlassen kannst?”

Die Fragen, die gute Autoren sich VOR Schreibbeginn stellen

“Wieso muss ich mir denn eigentlich Fragen stellen, bevor ich anfange zu schreiben?” sinnierte der Autor. 

“Schreiben ist Manipulation.” hatte die Stimme im Telefon daraufhin nur knapp gesagt.

Nach einer längeren Denkpause ergänzte sie: “Jede Kommunikation verfolgt einen Zweck. Sonst würden wir nicht kommunizieren. Lust, Geld, Macht, Vergnügen, Zugehörigkeit. Irgendeinen Zweck erfüllt jede Kommunikation.

Und da wir in jeder Kommunikation versuchen genau das zu erhalten, manipulieren – also verändern – wir etwas an unserem Kommunikationspartner. Nicht einmal unsere Politiker schaffen es, so leere Reden von sich zu geben, dass sie es schaffen würden, überhaupt keine Veränderung zu bewirken.”

Der Autor lachte. “Ja…” wieder Lachen “aber meinst du das ernst? Wir manipulieren immer? Die Vorstellung finde ich etwas extrem. Meinst du nicht, das ist etwas übertrieben?”

“Nein. Lass uns gleich deine Frage als Beispiel nehmen: Du bist mit meiner Ansicht nicht einverstanden. Das hättest du einfach stehen lassen können. Dennoch fragst du. Und das mit dem Ziel, meine, aus deiner Sicht extreme, Meinung, so anzupassen, dass sie für dich akzeptabel wird.

Darüber hinaus beginnst du mit einem Lachen, obwohl du anderer Meinung bist wie ich. Du gibst dich gefällig, damit du deinen Widerspruch und deinen Manipulationsversuch besser anbringen kannst.

Du manipulierst mich also.

Und keine Sorge: Ich verwende diesen Begriff nicht so negativ geprägt, wie er normalerweise verwendet wird. Manipulation macht uns gesellschaftsfähig und hält uns am Leben. Diplomatie, Höflichkeit, Smalltalk, sich schminken, sämtliche Körperpflege, die über das rein Hygienische hinausgeht. All das ist Manipulation.

Und voll OK. Ich umgebe mich z.B. deutlich lieber mit höflichen und wohlriechenden Menschen… also bitte: Manipulier mich weiter! 😉 

Wenn du also sowieso schon manipulierst und Teile deiner Weltsicht an deinen Leser weiter gibst, dann ist es deine Pflicht als Autor, dir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, welche Samen du säst!

Daher frage dich vor jedem Schreiben:

Was ist das Ziel meines Textes?

Welchen Zweck verfolgt dein Text. 

Schreiben ohne Zweck ist Zeitverschwendung. Doch du verschwendest nicht nur deine eigene Zeit, sondern auch die all deiner (dann vermutlich schnell schwindenden) Leserschaft, die ihre Lebenszeit in dich und deinen Text investieren. Betrüge sie nicht mit sinnlosem Geschwafel. Überlege dir vorher, was du bewirken willst. Und dann verfolge geschickt dieses Ziel. Deine Leser werden es dir danken!” 

Die Stimme am Telefon verstummte für einen Moment. 

“Echt jetzt?” Fragte der Autor “Ich soll für jeden Artikel, den ich schreibe Zielearbeit machen? SMART und so? Das kann doch nicht dein Ernst sein!”

“Nein. Und Ja.” krächzte die Stimme im Telefon. Die Verbindung ware gerade etwas wackelig. “Du musst keine Ziele mit Projektmanagement und Zeitrahmen im Sinne von SMART setzen. Doch du darfst dir ein spezifisches und attraktives Ziel setzen, dass du mit dem Text verfolgst.

Das beziehe ich übrigens auf ALLE Texte. Von Facebook-Posts über Bierdeckel-Sprüche, bis hin zu Büchern. Wenn du nicht klar sagen kannst, wofür du schreibst: Lass es.”

“OK, doch ich verstehe noch nicht ganz, was du damit meinst. Wie kann ich ein Ziel für einen Text setzen? Meinst du die Anzahl der Wörter?” Fragte der Autor irritiert.

“Lass mich kurz ausholen.” antwortete die Stimme am Telefon. “Die Frage ist doch….”

Was soll mit meinem Leser passieren?

Hierfür ist es natürlich wichtig, meinen Leser zu kennen. Ganz besonders: Wo steht er gerade? Was ist sein Problem? Seine Sorge? Seine größter Traum? 

Avatare/Personae können hierbei hilfreiche Verbündete sein. Wenn du magst, kann ich dazu später noch mehr erzählen. Doch erst mal zurück zum Text.

Mit Texten kannst du inspirieren, Einsichten vermitteln, unterhalten, Wissen vermitteln, Probleme aufzeigen und sogar Werte vermitteln oder ganze Glaubenssysteme ins Wanken bringen. 

Denke hierbei nur an die Werke von Michael Ende: Die unendliche Geschichte und Momo. Beide transportieren in Kindergeschichten wesentliche Werte.”

“Das ist wahr” sagte der Autor. “Als ich mein Abendstudium berufsbegleitend absolvierte, kamen mir häufiger die “Grauen Männer von der Zeitsparkasse” aus Momo in den Sinn. Wie akribisch ich versuchte Zeit einzusparen, damit ich später mehr davon haben würde. Doch sie löste sich immer in Rauch auf.”

“Ein Samen von Michael Ende geht also auf und beeinflusst dein Leben?” fragte die Stimme am Telefon.

“Ja. Irgendwie schon.”

“Und? Hast Du daraufhin etwas verändert?”

“Nicht sofort” sagte der Autor. “Doch der Gedanke ließ mich einfach nicht mehr los. Und ich achtete immer mehr darauf und fühlte mich immer häufiger, als hätten gerade die Männer der Zeitsparkasse meine Lebenszeit verraucht.”

Der Autor atmete in Gedanken ein paar mal tief durch.

“Dann habe ich angefangen, mir wieder Zeit für mich zu nehmen…”

“Also ist die Saat aufgegangen.” unterbrach ihn die Stimme. “Michael Ende hat 20 Jahre nach seinem Tod noch dein Leben manipuliert. Und wenn ich es werten würde, würde ich sagen zum Besseren.” Die Stimme lachte.

“Es bleibt also die Frage: Was möchtest also du mit deinem Text in deinem Leser bewirken? Was ist dein Samen, den du säst?

Und verwechsle es nicht: Das hat nicht zwingend etwas direkt mit den Handlungen in deinem Text zu tun. Es geht um Muster und Gefühle, die du ansprichst. Es geht um Bedürfnisse und Träume, die du weckst oder an die du erinnerst.

Ein Beispiel…

Würde ich schreiben: ‘Du bist gestresst. Mach Pause!’, würde das bei den allerwenigsten Lesern irgendeine Wirkung erzielen.

Schreibe ich aber eine Geschichte, in der ein Workaholic immer mehr Aufgaben übernimmt, immer mehr Überstunden macht, um seinem Chef zu beweisen, dass er die Beförderung verdient hat. Bis langsam seine Beziehung zerbricht und die eigene Gesundheit den Bach runter geht. Mit der ersehnten Beförderung kommt die Feststellung, dass es jetzt nur noch mehr zu tun gibt. So kommt wenige Wochen später der Zusammenbruch. Diagnose Burnout, wo ihn nur noch Pillen aufrecht halten und er von Fern mit ansehen darf, wie sein Assistent seinen neuen Posten übernimmt und er selbst – unersetzlich, wie er dachte – von niemandem vermisst in der Klinik Weihnachten feiern darf. 

Dann führt das deinen Leser auf eine emotionale Reise, die Saiten in ihm zum klingen bringt, die eine direkte Ansprache nicht erreicht hätte.

Und plötzlich entsteht aus seinem tiefsten Inneren heraus der Wunsch: Ich möchte auch wieder mehr auf mich achten. Ich möchte nicht werden, wie dieser Typ  in der Geschichte, der zu Anfang war wie ich.“

“OK. Das verstehe ich. doch…

Was soll dann in meinem Text passieren?

Mir ist jetzt klar: Was auch immer ich erzähle, ist nur der offensichtliche Teil der Geschichte. Ich nehme gleichzeitig mit meinem Text den Leser mit auf eine offensichtliche und eine emotionale Reise.“ überlegt der Autor.

“Sehr gut.” lobt die Stimme.“ Doch auch für diesen offensichtlichen Teil der Geschichte darfst du eine klares Konzept haben. Was soll eigentlich geschehen, um deine Message zu vermitteln?

Solltest du hier mal gar keine Idee haben, kannst du dich beispielsweise von den ‘22 Masterplots nach Prof. Tobias’ inspirieren lassen. (Google einfach danach)

Hier gibt es keine Vorschrift: Auf welche Geschichte hast du Lust? Welche Charaktere springen dich an, wenn du überlegst, mit wem du die Gedanken und Ereignisse zu deiner Message verknüpfen könntest?

Oder wenn du eher sachlich schreibst: Welche Bilder und Metaphern kannst du verwenden um das Wissen so anschaulich wie möglich zu vermitteln?

Es muss nicht immer offensichtlich passen: 

Ein unfreundlicher, stinkender, grüner Oger, der in einer perfekten Welt einfach nur seine Ruhe haben will, transportiert eine Geschichte über Freundschaft und Wahrhaftigkeit (Shrek)

Ein ängstlicher Übervater verliert seine Frau und reist auf der verzweifelten Suche nach seinem letzten Sohn um die halbe Welt und erzählt damit eine Geschichte von Zusammenhalt, Mut, Loslassen und Vertrauen. (Findet Nemo)

Hier setzen dann auch Dramaturgie und Spannungskurve, Wendepunkte etc an. Doch dazu kommen wir später noch ausführlich.

Warum braucht die Welt diesen Text?

Die Frage ist so simpel wie gemein. Schreibst du die 253. Geschichte über den Weg zum finanziellen Erfolg? Warum? Gibt es wirklich nichts bedeutenderes, was du mit deinem Leben und deinen Fähigkeiten anfangen kannst?

Welchen Grund gibt es, dass genau dieser Text von dir in die Welt gebracht werden muss?

Diese Gründe sind manchmal sehr trivial (hier holt uns manchmal das Marketing ein). Beispielsweise könnte es ein Text sein, der zwar schon 253 mal geschrieben wurde, doch der auf der Seite eines Spezialisten für dein Thema nicht fehlen darf. 

Doch wenn du schon etwas schreibst, das keinen neuen informativen Wert schafft, dann schreib es wenigstens so gut, dass es gerne zitiert wird. Schaffe eine neue Referenz.

Doch wann immer möglich: Erschaffe etwas Einzigartiges. Etwas so großartiges, dass es Vorbildcharakter hat. Denn all der mittelmäßigen Kram macht zwar auch Arbeit, doch es erinnert sich niemand daran.”

“…und das ist dann Zeitverschwendung. Lieber einen Beitrag schreiben, der überall zitiert wird, als 20 Beiträge, die keine Sau interessiert.” ergänzte der Autor.

“Gut auf den Punkt gebracht.” lobte die Stimme knapp.

“Um das zu erreichen hast du neben Exzellenz noch einen weiteren Hebel: Einzigartigkeit.”

Wie präzise kannst du das Thema spezialisieren?

Suche dir ein hochspezialisiertes Thema.

Täglich erscheinen tausende von Blogartikeln, Texten und Bücher über alle erdenklichen Themen. 

Wenn Du also etwas schreiben möchtest, dass nicht schon in zig anderen Blogs oder Büchern ausgiebigst behandelt wurde, dann darfst du deinen Text sehr eindeutig positionieren. Durch Blickwinkel (Burnout-Tipps für Angehörige aus der Sicht der Partnerin eines Betroffenen), durch Kombination von Themen (Burnout in der Schwangerschaft) oder durch thematische Hochspezialisierung (Affirmationen zum Durchhalten für Menschen, die nach Burnout noch Wochen auf den psychologen Termin warten müssen).

Schreib also nicht wie andere über den ganzen Sandkasten, sondern such dir ein ganz spezifisches Sandkorn aus, dass noch niemand so im Detail beschrieben hat, wie du.”

“Das ist jetzt nicht dein Ernst” stöhnte der Autor auf. “Die Leute suchen nach einem Thema und ich soll mich nur auf einen klitzekleinen Teil dieser Menschen spezialisieren? Jetzt bin ich schon nicht besonders bekannt und dann soll ich die möglichen Leser noch künstlich einschränken?

Das klingt jetzt… ähm… eher ungünstig?!?”

“Das hast du nett ausgedrückt.” entgegnete die Stimme am Telefon. “Nur die wenigsten können sich auf Anhieb auf diesen Hebel einlassen. Doch er wirkt.

Du schreibst einen Text über ein hochspezialisiertes Thema.

Damit bist du mit deinem Text so präzise positioniert, dass du gerne in jedem allgemeiner gehaltenen Text zitiert wirst. Du wirst zum Spezialisten, der aus der Masse heraussticht und wahrgenommen wird. Und selbst, wenn du DICH nicht so klar positionieren willst, dann tu es für deinen Text.

Es gibt noch einen Vorteil: Du wiederholst dich nicht in jedem deiner Texte dauernd und kannst hervorragend deine Artikel untereinander zitieren und verlinken (zumindest bei online Texten)”

“Okay. Da habe ich ja jetzt etwas zu tun” sagte der Autor. “ Können wir hier morgen oder übermorgen weiter machen? Dann kann ich die Fragen heute für mich beantworten”

“Gerne.” antwortete die Stimme am Telefon. “Aber vergiss nicht: In unserem Kurs geht es ums Üben. Lass dich von den Fragen nicht zu lange aufhalten. Such dir ein Übungsthema auf das du Lust hast. Und wenn dir nichts einfällt, geh auf Spiegel online und nimm die erste Schlagzeile als Thema. Und dann beantworte dir die Fragen und schaffe die Basis für einen außergewöhnlichen Artikel mit Message und Ziel.” 

Stöhnen am anderen Ende der Leitung.

Die Stimme lachte. “Gerade wenn es Themen sind, über die du noch keine zig mal geschrieben hast, kannst du die Wirkung der Magie dieser Strukturen gut beobachten.

Wenn du soweit bist, widmen wir uns der Mutter aller dramaturgischen Strukturen. Der 3-Akt Struktur.”

Stille am anderen Ende der Leitung.

“Bist du noch da?” Der Autor schreckte aus seinen Gedanken auf, in denen er die letzten Erkenntnisse rekapituliert hatte.

“Ja. Entschuldige… es ist spät.” murmelte er ins Telefon. “Ich werde also vorgehen, wie du es gesagt hast:

Ich mache mir klar, was ich wirklich mit meinem Text erreichen will und für wen ich schreibe. Definiere Message und Inhalt der Geschichte. Präzisiere mein Thema, bis ich das Gefühl habe, übers Ziel hinausgeschossen zu sein. 

Dann schreibe ich einfach drauf los. Und dann streiche ich alles vor der ersten Action oder der ersten Erkenntnis und lasse den Text dort beginnen. Die Infos über Rahmen und Setting lasse ich dann nach und nach einfließen.

Richtig?”

“Genau.” hörte er es im Telefon. “Viel Spaß!”


Zusammenfassung und Übungsaufgabe

Die 8 wichtigsten Erkenntnisse aus dem obigen Text

  1. Fang mit der Action an. Du hast nur wenige Zeilen, um deinen Leser zu fesseln. Neugier zu wecken und eine Verbindung her zu stellen.
  2. Jede Kommunikation verfolgt einen Zweck. Sonst würden wir nicht kommunizieren. Irgendeinen Zweck erfüllt jede Kommunikation.
  3. Es ist deine Pflicht als Autor, dir ernsthaft Gedanken darüber zu machen, welche Samen du säst!
  4. Setze Dir jeweils ein spezifisches und attraktives Ziel, dass du mit Deinen Texten verfolgst. Wenn du nicht klar sagen kannst, wofür du schreibst: Lass es.
  5. Was soll mit meinem Leser passieren? Hierfür ist es natürlich wichtig, meinen Leser zu kennen. Wo steht er gerade? Was ist sein Problem? Seine Sorge? Seine größter Traum? Was möchtest also du mit deinem Text in deinem Leser bewirken? Was ist dein Samen, den du säst?
  6. Was auch immer ich erzähle, ist nur der offensichtliche Teil der Geschichte. Ich nehme gleichzeitig mit meinem Text den Leser mit auf eine offensichtliche und eine emotionale Reise. Und auch für den offensichtlichen Teil der Geschichte darfst du eine klares Konzept haben. Was soll eigentlich geschehen, um deine Message zu vermitteln?
  7. Welchen Grund gibt es, dass genau dieser Text von dir in die Welt gebracht werden muss? Erschaffe etwas Einzigartiges. Etwas so großartiges, dass es Vorbildcharakter hat. 
  8. Positioniere Deinen Text eindeutig. Durch Blickwinkel, durch Kombination von Themen oder durch thematische Hochspezialisierung. Wenn du mit deinem Text so präzise positioniert bist, wirst zum Spezialisten, der aus der Masse heraussticht und wahrgenommen wird. 

AUFGABE 1a)

  1. Suche Dir ein Thema aus. 
  2. Nimm Dir ein Blatt Papier und beantworte schriftliche die folgenden Fragen: 
  3. Was willst Du wirklich mit diesem nächsten Text erreichen?. 
  4. Für wen genau schreibst Du? 
  5. Was ist die Message der Geschichte?
  6. Was ist der Inhalt der Geschichte? 
  7. Präzisiere Dein Thema. Versuche so spezifisch wie möglich zu werden.
  8.  Lies den nächsten Abschnitt. 🙂 

Die 3 Akt Struktur

“Jetzt ehrlich?” fragte Erika, während sie einen Light-Schokoriegel auspackt . “Er schreibt wieder? Wie kam denn das? Das Letzte, was ich von Ihm gehört habe, war…” mit verstellter, männlicher Stimme: “‘Schreiben ist tot. Der Markt gehört dem Video!’”. Sie lachte ein helles, fröhliches Lachen und freute sich über ihre gelungene Imitation ihres Bruders.

Erika, eine brünette, stark übergewichtige Mittvierzigerin, deren Schönheit eher im Inneren zu finden war, wenn man sich die Zeit nahm, sie einmal kennen zu lernen, saß auf einem der unbequemen Metallgitter-Spielplatz-Stühle die ebenso Pflegeleicht wie unbequem waren und unterhielt sich mit ihrer Freundin Petra.

“Ja.” erwiderte diese. “Er ist wie ausgewechselt. Beseelt von seiner Schreibmagie, wie er sie nennt. Fast schon besessen.” Sie hielt kurz inne und strich sich in Gedanken die Haare zurück, während ihre Blicke einem jungen Mann folgten. “Netter Hintern. Schade, dass der Typ sonst zu wenig zu gebrauchen ist…”

Die beiden Frauen gaben ein Paar ab, wie es unterschiedlicher kaum hätte sein können. Erika war innerlich wie äußerlich weich. Wo Erika weich war, war Petra hart. Sie hätte Model werden können, hatte sich aber für eine Laufbahn als Projektmanagerin entschieden. Wer sie auf ihre offensichtliche Schönheit reduzierte und in ihr das blonde Dummchen sah, wurde schnell von ihrer Klarheit, ihrem schnellen Verstand und ihrem noch schnelleren Urteil eines Besseren belehrt. Eine Kombination, mit der sich nur wenige Männer wohl fühlten. 

“Und er hat eine Aufgabe für uns?” fragte Erika.

“Genau.”

“Das ist ja spannend! Mein Bruder taucht aus seinem selbstgewählten Exil nach 3 Jahren auf, trifft sich ausgerechnet mit DIR, seiner Ex, und jetzt hat er einen Auftrag für mich? Wo ist er? Wieso ist er nicht einfach selber gekommen?”

Erika übernahm des öfteren Schreibaufträge für Agenturen und Redner. “Du bist richtig gut und verkaufst dich weit unter Wert!” hatte ihr Bruder ihr schon öfters gesagt. Und nicht nur er… Im Grunde war sie selbst wohl die einzige Person, die von der Mittelmäßigkeit ihrer Begabung überzeugt war.

“Für uns.” korrigierte die Blonde. “Und reite bitte nicht auf dieser Ex-Geschichte herum. Das Thema ist durch. Seit Monaten.”

“Okaaaaaay…. für UNS?” Erika schaffte es, jeden einzelnen Buchstaben des Wortes “uns” zu betonen und sah ihre Freundin mit aufforderndem Blick an, den Schokoriegel ausgepackt in den Fingern.

“Genau.” Petra lächelte ein wissendes Lächeln. “Du wirst deine Neugier noch ein wenig im Zaum halten müssen, meine Liebe. Wir haben Arbeit. Und einen engen Zeitplan. – Vorausgesetzt du bist dabei?”

Erika nickte und schaffte es, dabei mitleiderregend enttäuscht und neugierig zugleich auszusehen.

Petra erklärte ihr mit knappen Worten die Aufgabe:

Schreibe einen 600-1.000 Worte Artikel nach 3-Akt-Struktur zu diesem, hier skizzierten Thema. Sie hielt einen Zettel hoch [anm. d. Autors: …der zufällig exakt so aussieht wie der Zettel, auf dem du, lieber Leser, die Fragen aus dem vorhergehenden Abschnitt beantwortet hast.]

“Ihr habt Zeit bis Freitag Abend” las Petra aus ihren Notizen in sauberster Handschrift vor. “dann liegt der Artikel in der euch bekannten, geheimen Gruppe auf Facebook.

Klappt das, habe ich Montag neue Aufgaben für euch. Enttäuscht mich nicht.”

Petra sah auf. “Er klang besorgt. Mir fehlen noch ein paar Puzzlestücke um zu verstehen, was mit ihm los ist. Doch er klang ernsthaft besorgt. Das scheint keines seiner kleinen Spielchen zu sein.”

“Meinst du wirklich…” hob Erika an. Doch beim Anblick des ernsten Blickes ihrer Freundin und der steilen Falte zwischen den Augenbrauen, blieben ihr die Worte im Munde stecken.

“Okay. Dreiakt.” überlegte sie, nachdem sie sich wieder sortiert hatte. “Weißt du überhaupt was das ist?”

Petra schüttelte leicht den Kopf. “Ich kenne die 3 Akte aus dem Theater. Aber das wird etwas ganz Anderes sein. Ich denke…” antwortete sie. Doch Erika unterbrach sie: “Das ist es.” 

Petra blickte ihre brünette Freundin verwundert an.

“Du hast vollkommen Recht. Der Dreiakter ist im Theater verbreitet. Das kommt daher, dass er auch schon recht alt ist. Aristoteles hat schon in seinem Wert “Poetik” diese Struktur beschrieben. Und die hat sich bis heute gehalten. Aristoteles sagte…”

Petra hob die Hand. “Stop. Bitte keine Vorlesung über Germanistik. Was muss ich wissen, um die Aufgabe erledigen zu können?”

Erika seufzte, angelte sich einen dünnen Ast aus dem Grünstreifen hinter ihrem eingemauerten Stuhl und begann damit Linien auf dem sandigen Boden zu malen.

Anfang oder auch Exposition

“Hier” Erika stocherte im ersten der drei Eier herum, die sie auf den Boden gemalt hatte. “klärst du das WARUM.

Du stellst hier die wesentlichen Figuren vor, zeigst die Situation in ihrem Urzustand, bevor sich etwas verändert. Das ist quasi der Alltag. Der Leser lernt hier wie Welt kennen, bevor der Held beginnt das Problem zu lösen. Vielleicht auch bevor das Problem entsteht.

Wer sind die Protagonisten, also die Hauptdarsteller. Wie stehen die zueinander? Was motiviert sie? Was sind ihre Stärken und Schwächen? Du baust hier den Rapport zu den Figuren auf, doch ganz besonders zum Helden. Wichtig ist hier: Er muss im Ersten Akt ein Typ sein wie du und ich. Peinlich, schwach, unbeherrscht…”

Sie lachte “OK. Vielleicht eher wie ich und etwas weniger wie du.”

Erika blickte verärgert auf den schmelzenden Schokoriegel in ihren Fingern und warf ihn gekonnt… knapp neben den Metallmülleimer, der einen Meter neben ihrem eingemauerten Stuhl – ebenfalls einbetoniert – dafür sorgen sollte, dass der Spielplatz müllfrei blieb.

“Sorry, meine Liebe. Geschichten sind jetzt nicht so mein Ding.” Petra stand mit hochgezogenen Augenbrauen vor ihrer Freundin. 

“Selbst wenn es keine Geschichte ist,” antwortete Erika. “ist diese Struktur enorm hilfreich für Vorträge oder Beiträge jeder Art. Beispielsweise in der Produktvorstellung. Nehmen wir die Lochverstärker in den Ordnern als Beispiel. OK? OK.

Du erklärst als Erstes das WARUM. Also, warum dieses Produkt entwickelt werden musste. Es gab ein Problem, das nicht, oder nicht befriedigend gelöst wurde. In unserem Fall sind die Seiten in Ordnern immer wieder ausgerissen. Das führte zwangsläufig zu fehlenden Seiten. Teils in wichtigen Dokumenten, was möglicherweise zu finanziellen Problemen führen könnte. Stell dir vor, aus einem wichtigen Vertrag ist eine Seite heraus gefallen und genau wegen dieser fehlenden Seite kann nun ein Rechtsstreit nicht gewonnen werden, der um mehrere Zigtausend Euro geht…

Jetzt hast du das WARUM klar gemacht. Das Problembewusstsein ist geschaffen. Natürlich ist nun das Interesse da, dieses Problem zu lösen. Man wird dir also zuhören und versteht, dass etwas passieren muss.

In Geschichten kommt hier der Schubs, der den Helden aus seiner gewohnten Welt in Bewegung bringt.

Manchmal ist dieser Schubs recht heftig. In Krieg der Sterne müssen erst die Zieheltern von Luke Skywalker getötet werden, bevor dieser seine Heimat verlässt. Im kleinen Hobbit reicht es, das ein paar verrückte Zwerge mit Erlebnissen und einem Vertrag winken und Bilbo Beutlin lässt sich umstimmen und zieht aus in ein Abenteuer.” endet Erika.

Petra schaut nachdenklich und nickt dann. “OK. Und wie lang ist dieser Teil?”

Erika: “Im Theater gilt die Faustregel ¼ Einleitung, ½ Mittelteil, ¼ Schluss. In der Schreibe-Praxis werden die Längen nach Bedarf angepasst. In manchen Geschichten oder Vorträgen nimmt der 1. Akt die gesamte erste Hälfte der Geschichte ein. Das hilft, wenn die Motivation extrem wichtig ist. Man darf den Bogen nur nicht überspannen. Doch dafür kenne ich keine Regel. Nur die Erfahrung und das persönliche Gespür.”

Mittelteil oder Konfrontation

“Lass uns den wesentlichen Teil, die Mitte ansehen. OK? Was muss ich hierzu wissen?” 

Petra ist jetzt neugierig geworden und steht mit interessierten Blick vor Erika’s Skizze im Sand. Obwohl dort außer drei Eiern nicht viel zu sehen ist, ist ihr die Konzentration anzusehen.

“Der Wichtigste?” Erika lacht und deutet mit ihrer Zeigerute auf das mittlere Ei. “Dieser? Meinst du? Das ist interessant. denn die meisten Schriftsteller scheinen sich einig zu sein, dass Einleitung und Schluss die wirklich herausfordernden Akte sind. Denn hier müssen Lösung und Problem optimal aufeinander abgestimmt sein. Und hier entscheidet sich auch, ob die Message deines Werkes auch ankommt. Sind Problem und Lösung nicht stimmig, bleibt ein seltsames Gefühl zurück.

Daher wird manchmal sogar empfohlen, mit dem Schluss zu beginnen. Dann einen guten Start hierzu zu schreiben. Und dann muss man ja nur noch die offenen Enden verbinden….”

“Ja, klar.” rief Petra aus. “Einfach so… – Du machst das vielleicht täglich. Aber für mich ist das alles neu. Interessant, ohne Frage. Allein, wenn ich überlege, wie ich meine Projektvorstellungen hierdurch verbessern könnte… Doch eine Kleinigkeit? Nein!”

“Drum ist es ja gut, dass du mich dabei hast. Gemeinsam schaffen wir das leicht.” beschwichtigte Erika ihre Freundin. “Außerdem finde ich es voll cool, dass ich dir auch mal was zeigen kann!” 

Erika strahlte ihr ehrliches Strahlen und freute sich offensichtlich wie ein Kind zu Nikolaus, wenn die Zeit des Gedichte vortragens vorbei ist.

“Lass uns den Mittelteil fürs Erste etwas vernachlässigen. Natürlich hält er noch ein paar Überraschungen für uns parat. Doch konzentrieren wir uns erst mal auf Anfang und Schluss. Das ist weit mehr als die halbe Miete.

Der Anfang bestimmt, ob du dein Publikum einfängst, also ob du gelesen wirst.

Das Ende bestimmt, mit welchem Gefühl dein Leser deinen Text verbindet. Also, wie deine Message ankommt und wie du in Erinnerung bleibst.

Das Einzige, was noch wichtiger ist, ist der Titel. Denn der entscheidet, ob überhaupt jemand anfängt dein Werk zu lesen. Doch wenn Du dazu Tipps brauchst, kann ich dich mit Fips bekannt machen. Der schafft in einer Werbeagentur und kümmert sich um SEO und Auswertungen und son Zeug.”

“Was muss ich also zum Mittelteil wissen?” fragte Petra, der anzusehen war, dass sie anfangen wollte statt weitere Fässer aufzumachen.

“Recht hast du.” Erika lachte und nickte eifrig.

“Im Mittelteil passiert das WIE. Wie kommst du vom Problem zur Lösung.

In unserem Lochringbeispiel wäre das die Stelle, an der erklärt würde, wie leicht und schnell die Lochringe eingesetzt werden können.

In einer Geschichte passiert hier die Konfrontation mit dem Gegner. Meist erfolglos im ersten Anlauf. Dann folgen Erfahrungen und hilfreiche Freunde tauchen auf. Der Held stellt sich seinen Schwächen und wächst über sich hinaus und besiegt schlussendlich den Gegner.

Eine Geschichte, die einfach geradlinig von Einleitung zu Schluss führt ist sterbenslangweilig. Doch lass uns diesen Teil der Magie für später aufheben. Verbinde einfach die Stränge zwischen Problem und Lösung. Wenn dir das zu einfach ist, schaffe dazwischen, ganz nach Laune, ein paar kleine Wellen und Herausforderungen.

Schluss oder Auflösung 

“Der Schluss ist das WOZU. Es ist ein neuer, stabiler Zustand, in dem das System des Helden wieder in Ruhe ist und eine Art neuer Alltag beginnt.

Hier wird das Problem aus der Einleitung (WARUM) vollständig gelöst. Verwicklungen aus dem Mittelteil lösen sich und die letzten Handlungsstränge finden wieder zusammen.

Hier ist es wichtig, dass du deine Message, die du mit dem Text vermitteln möchtest, mit der Auflösung bestätigst.

Auf die Art, wie deine Leser mit deinem Text umgehen, kannst du hier ebenfalls Einfluss nehmen: Ein Text ist wie eine Unterhaltung zwischen Autor und Leser. Und sicherlich kennst du diese Unterhaltungen auf einer Party, bei denen du dich freust, wenn dich endlich jemand rettet, weil dein Gegenüber einfach nicht zum Schluss kommen wollte.

So ist es auch beim Schreiben. Manchmal fällt es Autoren schwer, einen guten Abschluss zu finden. Doch der Schluss ist das, was am klarsten vom ganzen Text in Erinnerung bleibt. Wird er langatmig oder voller Erklärungen und Fazite, dann bleibt er tendenziell als langweilig in Erinnerung. Sind alle Fragen abschließend geklärt, gibt es auch keinen Grund im Kommentar im Blog eine Frage zu stellen. – So.” schloss Erika. 

“Und jetzt setzen wir Beide uns in ein nettes Café und du erzählst mir mal in Ruhe, was du von unserem gemeinsamen Freund, dem Autor, meinem Bruder, weißt und was es mit diesem ominösen Auftrag auf sich hat. Denn du glaubst doch nicht, dass du hier so einen auf Geheimagentin machst und ich dir einfach so alle Schreibgeheimnisse verrate, wo ich sie doch gerade so herrlich als Druckmittel einsetzen könnte? 

Was meinen Sie, Agentin Petra? Haben wir einen Deal?”


Zusammenfassung und Übungsaufgabe

  1. Anfang oder Exposition
    • Du stellst hier die wesentlichen Figuren vor, zeigst die Situation in ihrem Urzustand, bevor sich etwas verändert. Das ist quasi der Alltag. Der Leser lernt hier wie Welt kennen, bevor der Held beginnt das Problem zu lösen. Vielleicht auch bevor das Problem entsteht. Wer sind die Protagonisten, also die Hauptdarsteller. Wie stehen die zueinander? Was motiviert sie? Was sind ihre Stärken und Schwächen? 
    • Du machst hier das WARUM klar und schaffst Problembewusstsein. Natürlich ist nun das Interesse da, dieses Problem zu lösen. Man wird dir also zuhören und versteht, dass etwas passieren muss. In Geschichten kommt hier der Schubs, der den Helden aus seiner gewohnten Welt in Bewegung bringt.
    • Im Theater gilt die Faustregel ¼ Einleitung, ½ Mittelteil, ¼ Schluss. In der Schreibe-Praxis werden die Längen nach Bedarf angepasst.

  2. Mittelteil oder Konfrontation
    • Im Mittelteil passiert das WIE. Wie kommst du vom Problem zur Lösung.
    • In einer Geschichte passiert hier die Konfrontation mit dem Gegner. Meist erfolglos im ersten Anlauf. Dann folgen Erfahrungen und hilfreiche Freunde tauchen auf. Der Held stellt sich seinen Schwächen und wächst über sich hinaus und besiegt schlussendlich den Gegner.

  3. Schluss oder Auflösung
    • Der Schluss ist das WOZU. Es ist ein neuer, stabiler Zustand, in dem das System des Helden wieder in Ruhe ist und eine Art neuer Alltag beginnt. 
    • Hier wird das Problem aus der Einleitung (WARUM) vollständig gelöst. Verwicklungen aus dem Mittelteil lösen sich und die letzten Handlungsstränge finden wieder zusammen. Es ist wichtig, dass du deine Message, die du mit dem Text vermitteln möchtest, mit der Auflösung bestätigst.

AUFGABE 1b)

  1. Nimm Dir Deine Notizen aus Aufgabe 1a)
  2. Schreibe einen 600-1.000 Worte Artikel nach 3-Akt-Struktur zu diesem, hier skizzierten Thema. 
  3. Setze (Anfang), (Mittelteil) und (Schluss) in Deinen Text ein, um für dich selbst die Struktur leichter erkennbar zu machen. 

Alles Liebe und viel Spaß!

Christina und Holger